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Solidaritätskundgebung zu Stuttgart 21 in Gelsenkirchen

Im Zuge der gewalttätigen Ausschreitungen auf der Demonstration gegen gestern im Stuttgarter Schlosspark (Info), finden im ganzen Bundesgebiet Solidaritätsbekundungen statt.

Auch in Gelsenkirchen wird heute (Freitag, den 01.10.) Abend um 19 Uhr eine Solidaritätsdemonstration auf dem Bahnhofsvorplatz stattfinden, die etwa 30 bis 60 Minuten dauern soll.

Wir freuen uns über Interessenten und einen breiten Zulauf, um unseren Protest gegen unverhältnismäßig starke staatliche Gewalt gegen friedliche Bürger kundzutun und für mehr in Deutschland zu werben.

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Neuer Sitzungstermin

Wegen neuer Schul- und Unizeiten muss die Grüne Jugend GE einen neuen Sitzungstermin finden. Der wird im Laufe der nächsten Woche in der linken Leiste unter “Treffen” aufgeführt werden.

Vielleicht sehen wir ja dann ein paar neue Gesichter?! ;-) Ihr seid auf jeden Fall herzlich willkommen. Es wird ein heißer Anti-Atom-Herbst!

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Sitzung vom 30.09. wird wegen Filmabend vorverlegt

Da Bündnis 90/ Die Grünen am 30.09. zeitgleich zu der regulären Sitzung der GJ GE einen Filmabend über das Thema Atomenergie mit einem kritischen Dokumentationsfilm veranstaltet, verlegen wir unser Treffen auf Dienstag, den 28.09. 19 Uhr, vor.

Sowohl zu unserer Sitzung, als auch zum Filmabend, an dem auch die GJ teilnehmen wird, laden wir euch herzlich ein.

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Gemeinschaftsschule

Hier der Text aus unserem Flyer anlässlich unserer Schulkampf-Aktion zur :

Unsere Gemeinschaftsschule: EINE FÜR ALLE!

Lieber Passant,

Du fragst dich bestimmt, warum die Hauptschule, die Realschule und das Gymnasium aufeinander einprügeln. Das ist ganz einfach: das Gymnasium will allen beweisen, dass es am besten ist, die Realschule ist stinkig, weil es für ihre besten Schüler schwierig ist, das Abitur zu machen und die Hauptschule ist sauer, dass sie immer die schlechtesten und schlimmsten Schüler abbekommt.

Ich stehe daneben und kann eigentlich nur lächeln. Ich finde nämlich, dass es diese Streitigkeiten gar nicht gäbe, wenn alle Schulformen an einem Strang ziehen würden und das stelle ich mir so vor…

Alle Schüler lernen bei mir, der Gemeinschaftsschule, von der ersten bis zur zehnten Klasse gemeinsam, weil ich davon überzeugt bin, dass die Kinder am besten in der Vielfalt lernen – schließlich leben sie in einer pluralistischen Gesellschaft. Zudem sind 10 Jahre eine lange Zeit, in der man durch stabile Freundschaften Rückhalt und Selbstvertrauen aufbaut.

Dabei ist es gar nicht so wichtig, wo die Kinder herkommen, wie reich ihre Familie ist und wie viel sie schon können – das sorgt für Chancengleichheit am Anfang der Schullaufbahn. Ich nehme auch gerne Kinder mit Behinderung oder Lernproblemen auf, denn dadurch werden diese integriert und die anderen Kinder lernen Toleranz. Das Gymnasium würde jetzt sagen „Da werden die besseren Schüler doch aufgehalten!“, aber das sehe ich anders: bei mir kann nämlich jedes Kind nach seinem Tempo lernen. Damit das gut funktioniert gibt es bei uns viel mehr Lehrer, die oft weitergebildet werden: Sie kümmern sich einfühlsam und intensiv um die schwächeren Schüler, damit auch sie die Lerninhalte gut verstehen und beherrschen, aber auch die stärkeren Schüler werden nach ihren Interessen und Fähigkeiten gefördert z.B. durch Schüler-Unis. Hier sieht mal also, dass die Gemeinschaftsschule nicht als Einheitsschule beleidigt werden darf, denn die stärkeren Schüler werden nicht auf das Lerntempo der schwächeren gedrosselt. Zusätzlich führen wir kleine Klassen ein und sorgen für eine gute Ausstattung der gesamten Schule.

Nicht nur beim PISA-Vorreiter Finnland, sondern auch bei meiner älteren Schwester, der Gesamtschule, zeigt sich, dass das gemeinsame Lernen große Vorteile hat: 2/3 der diesjährigen Gesamtschul-Abiturienten in NRW bekamen nach der Grundschule keine Empfehlung für das Gymnasium und haben jetzt trotzdem ein Abitur in der Tasche. Stellt euch bloß mal vor, wenn diese Schüler auf eine Realschule gegangen wären, sie wären gut genug gewesen, das Abitur zu machen, doch sie hätten auf ein Gymnasium oder eine Gesamtschule wechseln müssen, was oft kompliziert.

Die Gesamtschule hat eigentlich schon ein sinnvolles Konzept, sie ist jedoch zu klein. Sie ist immer sehr traurig und ärgert sich über sich selbst, wenn sie viele Schüler, die sie nicht mehr aufnehmen kann, abweisen muss. Nicht bloß die abgelehnten Kinder, sondern vor allem ihre Eltern sind dann betrübt oder wütend, weil dem Kind nun oft nichts Anderes mehr übrig bleibt, als die Hauptschule zu besuchen – aber was kann man heute mit einem Hauptschulabschluss noch erreichen? Bei mir soll das anders sein: in der zehnten Klasse, also mit etwa 16 Jahren, wenn die Kinder zu Jugendlichen geworden sind, entscheiden sich die Schüler, ob sie weiter lernen wollen, um das Abitur zu machen, oder ob sie eine Ausbildung anfangen möchten. Egal, wie sie sich entscheiden, alle Schüler haben bei mir bis zu diesem Zeitpunkt eine umfassende Grundausbildung bekommen, so dass die abgehenden Schüler leichter einen Ausbildungsplatz bekommen.

In einer Gemeinschaftsschule wird nicht nur mit Noten bewertet: ich finde, dass die Spanne von 1 – 6 nicht ausreicht, um jedem Kind eine angemessen Rückmeldung über seine Leistungen zu geben; außerdem sagt eine Note nicht, was man in einem Fach gut beherrscht und was man noch verbessern kann. Überhaupt können Noten, schon allein dadurch, dass sie auch mal schlecht ausfallen können, große Angst machen und bauen Druck auf, unter dem man meiner Meinung nach nicht gerne lernt. Um diesem Druck vorzubeugen stelle ich mir vor, dass die Lehrer jedem Kind ein ausführliches persönliches Feedback zu seinem Lernstatus und –verhalten geben; auf diese Weise sind die Kinder stolz auf sich und lernen durch die positive Bestärkung gerne weiter. Und wenn mal etwas nicht so gut klappt, finden Lehrer, Eltern und Schüler dafür gemeinsam eine Lösung. Ganz logisch, dass das Sitzenbleiben nicht mehr praktiziert wird.

Ich möchte darüber hinaus eine Ganztagsschule sein, damit die Schüler bei zeitlich stark eingespannten oder wenig engagierten Eltern nicht in ihrer Freizeit allein gelassen werden. Die Schüler bekommen eine kostenlose Mahlzeit sowie Hausaufgabenbetreuung. Ich biete daneben auch viele Freizeit- und Weiterbildungsangebote an, die die Kinder zusammen mit ihren Freunden wahrnehmen können. Die Schüler bekommen auf diese Weise wertvolle soziale Kompetenzen vermittelt, die sie zu einem wichtigen Teil unserer Gesellschaft machen – und so müssen sie auch behandelt werden. Deswegen bin ich demokratisch organisiert und die Schüler haben großes Mitspracherecht bei der Gestaltung ihrer Gemeinschaftsschule. Ich bin sicher, dass sie sich durch die eigenen Erfahrungen mit viel mehr für die Geschehnisse in Deutschland interessieren und auch selbst für die Gesellschaft engagieren.

Momentan habe ich in Deutschland schon viele Schwestern und Freundinnen. In Deutschland gibt es 22 Gemeinschaftschulen und noch 90 weitere Schulen wollen es alleine oder durch Kooperationen werden. Sie alle erlebten einen gelungenen Start und stellen Schulleitung, Lehrer, Eltern und Schüler zufrieden; von ihnen können wir lernen. Ich träume davon, dass das mehrgliedrige ganz abgeschafft wird und die Gemeinschaftsschule zur Regelschule in Deutschland wird.

Ich würde mich riesig freuen, wenn ich Dich von meinem Konzept überzeugen konnte und du mich unterstützen möchtest!

Viele Grüße!
Deine Gemeinschaftsschule

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Besuch der „Indienhilfe Bottroper Realschüler” – Auf eine gute Zusammenarbeit!

Der Rahmen

Am 11.07.2008 besuchte Prälat Rolf Linse die Grüne-Jugend-Sitzung, um uns die „Indienhilfe Bottroper Realschüler” in einem Dia-Vortrag vorzustellen. Bei Kaffee bzw. Tee und Gebäck ist unsere kleine aber gemütliche Runde von 7 Mitgliedern (Kevin, Patrick, Katha, Simon, Johanna, Frauke und Ada) rund drei Stunden den Ausführungen des engagierten Pfarrers gefolgt, wobei persönliche Nach-fragen am Ende der Veranstaltung den Einblick in die Arbeit der Organisation vertieften.

Wie es zum Kontakt kam

Ada hat Prälat Linse rein zufällig an seinem wöchigen Marktstand während eines Bottroper Stadt-festes angetroffen und kam mit ihm ins Gespräch. Dabei wurde festgehalten, dass eine Zusam-menarbeit erstrebenswert sei und Kontakt miteinander aufgenommen werden soll. Daraufhin gab es einen kurzen Briefwechsel bis ein Termin für den Dia-Vortrag gefunden wurde.

Der Dia-Vortrag

Bei unserem Treffen hat Prälat Linse, der über 20 Mal selbst in bei den Projektstationen vor Ort war, die „Indienhilfe Bottroper Realschüler” lange und detailreich vorgestellt und damit der Grünen Jugend Gelsenkirchen ein genaues Bild von ihrem Engagement vermittelt. Dabei waren besonders die Dia-Bilder eindrucksvoll, die einerseits die von starker Armut bzw. Behinderung betroffenen Inder in einer bewundernswerten Zufriedenheit angesichts ihrer Lebensumstände zeigten und andererseits den rasanten Fortschritt bei dem Bau von verschiedenen Einrichtungen dokumentierten. Besonders reizend fanden wir die Geste des Prälats, jedem von uns einen kleinen Jute-Elefanten-Anhänger zu schenken und uns ausführliche Broschüren auszuhändigen.

Das Profil der „Indienhilfe Bottroper Realschulen”

Hier ein paar interessante Informationen aus dem Vortrag:

  • Die Indienhilfe betreibt 59 Hilfsprojekte in 10 indischen Staaten. Dabei ist es für die in katholisch-kirchlicher Trägerschaft stehende Organisation nicht von Bedeutung, welchem Glauben die Bedürftigen anhängen. Die kommen gänzlich in den Projekten an, denn die Überweisungskosten trägt das Bistum Essen.
  • Ein besonderer Schwerpunkt liegt in der Unterstützung von indischen Menschen mit Behin-derung: Mit 11 Ausbildungsstätten mit zum Teil auf eine bestimmte Behinderung ausgerich-teten Einrichtungen wird Gehörlosen, Blinden und körperlich Behinderten eine berufliche Ausbildung ermöglicht, die sie wieder in die Gesellschaft eingliedern soll. Geistig behinderte Menschen werden so weit es geht geschult und gefördert und leben oftmals in Internaten.
  • Neben einer Behinderung ist das Geschlecht ein bedeutender Grund für den sozialen Abstieg in Indien. Mädchen und Frauen haben eine kaum vorstellbare Diskriminierung zu erleiden, sie werden als Menschen „zweiter Klasse” betrachtet. Obwohl es gesetzlich verboten ist, werden Hochzeiten immer noch arrangiert und an der Mitgift ausgerichtet; besonders grausam sind daher die Mitgift-Morde an jungen Bräuten. Deshalb legt die Indienhilfe in ihren 7 Schulen und 10 Internaten darauf wert, dass mindestens 50 % der Schüler weiblich sind. Staatliche Schulen hingegen werden mit einem Mindestanteil von 80% von männlichen Schülern dominiert. Selbst die indischen Regierungen erkennen die Besonderheit der Schulen der Indienhilfe mit Auszeichnungen an.
  • Die Bedeutung von Schulen und einer nachhaltigen (Grund-)Bildung ist besonders dann erkennbar, wenn man bedenkt, dass in Indien Hunderte von geografisch gebundenen Sprachen gesprochen werden. Mit der Erlernung von Englisch und Hindi sind eine indienweite und behördliche Verständigung und der Zugang zu einer höheren Schule möglich. Ein besonders schönes Beispiel nannte uns Prälat Linse von einem armen behinderten Jungen, der es bis zum Musikprofessor an einer Hochschule geschafft hatte.
  • Da es in Indien keine gesetzliche vorgeschriebene Krankenversicherung gibt und die medizi-nische Versorgung für die Armen nicht zu bezahlen ist, hat die Organisation 8 Betten in einem Krankenhaus „gekauft”, so dass hier 400 Patienten im Jahr unentgeltlich versorgt werden können. Auch wurde das Medizinstudium von 3 Ordensschwestern finanziert, denen auferlegt wurde, Bedürftige kostenlos zu versorgen.
  • Mit dem Bau von neuen Einrichtungen oder dem Ausbau bestehender Komplexe wird besonders auf dem Land Tagelöhnern für mehrere Monate eine gut bezahlte Arbeit geboten, so dass der positive Effekt der Baumaßnahmen auch den Menschen zugute kommt, die nicht direkt von den Einrichtungen profitieren.
  • Die Indienhilfe vermittelt mit ihrer Arbeit ein Verständnis von Gleichheit und Hilfsbereit-schaft: Jungen und Männer lernen, dass Mädchen und Frauen auch Würde haben und gleichberechtigt sind, Inder mit Behinderungen werden in ihr Heimatdorf integriert, wohlhabende Dorfbewohner spenden regelmäßig Nahrung an die Bedürftigen in ihrem Ort. An dieser Stelle sei das Bespiel genannt, dass ein Vater, der seine beiden Töchter nicht auf eine Schule schicken wollte, zumindest seinen Sohn, der eine Schule der Indienhilfe besucht, damit beauftragt hat, ihnen die Grundzüge in Sprache und Mathematik nach der Schule Zuhause beizubringen.

Die Zusammenarbeit

Die Grüne Jugend Gelsenkirchen hat in ihrer Zusammenarbeit mit der „Indienhilfe Bottroper Realschüler” ihr Hauptaugenmerk auf die Felder Bildung und Frauenförderung gelegt und möchte mit ihren Spenden und Möglichkeiten gezielt die entsprechenden Projekte fördern.

Was wir planen

Bald wird es eine Collage der Indienhilfe im Schaufenster des Grünen-Büros geben. Unsere erste Zusammenarbeit wird darin bestehen, dass wir der Organisation Jute-Taschen für eine unserer Aktionen abnehmen; zu diesem Zwecke werden wir Prälat Linse an seinem Stand besuchen, der jeden Samstag am Bottroper Markt zu finden ist. Wir haben bereits eine Spendendose für die Indienhilfe eingerichtet, auf die wir bei allen unseren Aktionen hinweisen wollen. Ferner werden wir den Erlös von möglichen Fair-Trade-Verkaufsständen an die Organisation weiterleiten und besonders auf dem Neujahrsempfang der Grünen in Gelsenkirchen versuchen, über eine Tombola Spenden zu mobili-sieren. Besonders in der Weihnachtszeit wird es sich lohnen, die Jute-Figuren der Indienhilfe, die es nicht nur als Elefanten gibt, als Weihnachtsbaumschmuck zu verkaufen. Gerne arbeiten wir mit anderen Grüne-Jugend-Basisgruppen oder Organisationen zusammen, wenn sich die Gelegenheit und eine gute Idee bieten. Also einfach melden.

Ansonsten freuen wir uns, wenn die Gelsenkirchener Mitbürgerinnen und Mitbürger ihre alten (auch DM-) Münzen und Altmetall in der Geschäftsstelle der Grünen abgeben, da diese Gegenstände „zu Euros gemacht” werden können, die an die „Indienhilfe Bottroper Realschulen” weitergeleitet werden.

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