Archiv für die Kategorie Bildung

Gemeinschaftsschule

Hier der Text aus unserem Flyer anlässlich unserer Schulkampf-Aktion zur :

Unsere : EINE FÜR ALLE!

Lieber Passant,

Du fragst dich bestimmt, warum die Hauptschule, die Realschule und das Gymnasium aufeinander einprügeln. Das ist ganz einfach: das Gymnasium will allen beweisen, dass es am besten ist, die Realschule ist stinkig, weil es für ihre besten Schüler schwierig ist, das Abitur zu machen und die Hauptschule ist sauer, dass sie immer die schlechtesten und schlimmsten Schüler abbekommt.

Ich stehe daneben und kann eigentlich nur lächeln. Ich finde nämlich, dass es diese Streitigkeiten gar nicht gäbe, wenn alle Schulformen an einem Strang ziehen würden und das stelle ich mir so vor…

Alle Schüler lernen bei mir, der , von der ersten bis zur zehnten Klasse gemeinsam, weil ich davon überzeugt bin, dass die Kinder am besten in der Vielfalt lernen – schließlich leben sie in einer pluralistischen Gesellschaft. Zudem sind 10 Jahre eine lange Zeit, in der man durch stabile Freundschaften Rückhalt und Selbstvertrauen aufbaut.

Dabei ist es gar nicht so wichtig, wo die Kinder herkommen, wie reich ihre Familie ist und wie viel sie schon können – das sorgt für Chancengleichheit am Anfang der Schullaufbahn. Ich nehme auch gerne Kinder mit Behinderung oder Lernproblemen auf, denn dadurch werden diese integriert und die anderen Kinder lernen Toleranz. Das Gymnasium würde jetzt sagen „Da werden die besseren Schüler doch aufgehalten!“, aber das sehe ich anders: bei mir kann nämlich jedes Kind nach seinem Tempo lernen. Damit das gut funktioniert gibt es bei uns viel mehr Lehrer, die oft weitergebildet werden: Sie kümmern sich einfühlsam und intensiv um die schwächeren Schüler, damit auch sie die Lerninhalte gut verstehen und beherrschen, aber auch die stärkeren Schüler werden nach ihren Interessen und Fähigkeiten gefördert z.B. durch Schüler-Unis. Hier sieht mal also, dass die nicht als Einheitsschule beleidigt werden darf, denn die stärkeren Schüler werden nicht auf das Lerntempo der schwächeren gedrosselt. Zusätzlich führen wir kleine Klassen ein und sorgen für eine gute Ausstattung der gesamten Schule.

Nicht nur beim PISA-Vorreiter Finnland, sondern auch bei meiner älteren Schwester, der Gesamtschule, zeigt sich, dass das gemeinsame Lernen große Vorteile hat: 2/3 der diesjährigen Gesamtschul-Abiturienten in NRW bekamen nach der Grundschule keine Empfehlung für das Gymnasium und haben jetzt trotzdem ein Abitur in der Tasche. Stellt euch bloß mal vor, wenn diese Schüler auf eine Realschule gegangen wären, sie wären gut genug gewesen, das Abitur zu machen, doch sie hätten auf ein Gymnasium oder eine Gesamtschule wechseln müssen, was oft kompliziert.

Die Gesamtschule hat eigentlich schon ein sinnvolles Konzept, sie ist jedoch zu klein. Sie ist immer sehr traurig und ärgert sich über sich selbst, wenn sie viele Schüler, die sie nicht mehr aufnehmen kann, abweisen muss. Nicht bloß die abgelehnten Kinder, sondern vor allem ihre Eltern sind dann betrübt oder wütend, weil dem Kind nun oft nichts Anderes mehr übrig bleibt, als die Hauptschule zu besuchen – aber was kann man heute mit einem Hauptschulabschluss noch erreichen? Bei mir soll das anders sein: in der zehnten Klasse, also mit etwa 16 Jahren, wenn die Kinder zu Jugendlichen geworden sind, entscheiden sich die Schüler, ob sie weiter lernen wollen, um das Abitur zu machen, oder ob sie eine Ausbildung anfangen möchten. Egal, wie sie sich entscheiden, alle Schüler haben bei mir bis zu diesem Zeitpunkt eine umfassende Grundausbildung bekommen, so dass die abgehenden Schüler leichter einen Ausbildungsplatz bekommen.

In einer wird nicht nur mit Noten bewertet: ich finde, dass die Spanne von 1 – 6 nicht ausreicht, um jedem Kind eine angemessen Rückmeldung über seine Leistungen zu geben; außerdem sagt eine Note nicht, was man in einem Fach gut beherrscht und was man noch verbessern kann. Überhaupt können Noten, schon allein dadurch, dass sie auch mal schlecht ausfallen können, große Angst machen und bauen Druck auf, unter dem man meiner Meinung nach nicht gerne lernt. Um diesem Druck vorzubeugen stelle ich mir vor, dass die Lehrer jedem Kind ein ausführliches persönliches Feedback zu seinem Lernstatus und –verhalten geben; auf diese Weise sind die Kinder stolz auf sich und lernen durch die positive Bestärkung gerne weiter. Und wenn mal etwas nicht so gut klappt, finden Lehrer, Eltern und Schüler dafür gemeinsam eine Lösung. Ganz logisch, dass das Sitzenbleiben nicht mehr praktiziert wird.

Ich möchte darüber hinaus eine Ganztagsschule sein, damit die Schüler bei zeitlich stark eingespannten oder wenig engagierten Eltern nicht in ihrer Freizeit allein gelassen werden. Die Schüler bekommen eine kostenlose Mahlzeit sowie Hausaufgabenbetreuung. Ich biete daneben auch viele Freizeit- und Weiterbildungsangebote an, die die Kinder zusammen mit ihren Freunden wahrnehmen können. Die Schüler bekommen auf diese Weise wertvolle soziale Kompetenzen vermittelt, die sie zu einem wichtigen Teil unserer Gesellschaft machen – und so müssen sie auch behandelt werden. Deswegen bin ich demokratisch organisiert und die Schüler haben großes Mitspracherecht bei der Gestaltung ihrer . Ich bin sicher, dass sie sich durch die eigenen Erfahrungen mit Demokratie viel mehr für die Geschehnisse in Deutschland interessieren und auch selbst für die Gesellschaft engagieren.

Momentan habe ich in Deutschland schon viele Schwestern und Freundinnen. In Deutschland gibt es 22 Gemeinschaftschulen und noch 90 weitere Schulen wollen es alleine oder durch Kooperationen werden. Sie alle erlebten einen gelungenen Start und stellen Schulleitung, Lehrer, Eltern und Schüler zufrieden; von ihnen können wir lernen. Ich träume davon, dass das mehrgliedrige ganz abgeschafft wird und die zur Regelschule in Deutschland wird.

Ich würde mich riesig freuen, wenn ich Dich von meinem Konzept überzeugen konnte und du mich unterstützen möchtest!

Viele Grüße!
Deine

Schreibe einen Kommentar

Menschenrechte gelten auch in Deutschland!

ernor Muñoz, Inspektor der UN-Menschenrechtskommission für , stellt in seinem Bericht für die Vereinten Nationen ein weiteres mal fest, wie sehr das deutsche Bildungssystem bestimmte Randgruppen ausgrenzt. “Die Aufteilung auf die vier weiterführenden Schulformen führt zu einer völlig ungerechten Selektion,” kritisiert Max Löffler, Sprecher der GRÜNEN JUGEND NRW, “der Plan von Schulministerin Sommer, das Gymnasium weiter von den anderen Schulformen abzukoppeln verstärkt diese Selektion sogar noch. ist ein kulturelles Menschenrecht und muss damit jedem Kind zustehen, auch in Deutschland!”

Die GRÜNE JUGEND NRW fordert die Abschaffung des vielgliederigen Schulssystems in Deutschland. darf nicht von der sozialen Herkunft abhängen, sondern muss für alle zugänglich sein. Besonders Kinder mit Behinderungen müssen gefördert werden, eine gute Möglichkeit dazu bieten die integrierten Schulen. Auch Flüchtlingskinder und Kinder mit unsicherem Aufenthaltsstatus müssen eine Schule besuchen und später eine Ausbildung oder ein Studium beginnen dürfen. “Die Schulpflicht muss für alle gelten”, fordert Löffler.

Schreibe einen Kommentar