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	<title>Grüne Jugend Gelsenkirchen &#187; Meinung</title>
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		<title>Progressive Gleichstellungspolitik statt ideologisch sexualisierter Sprache</title>
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		<pubDate>Thu, 15 Nov 2007 14:17:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Katha</dc:creator>
				<category><![CDATA[Meinung]]></category>
		<category><![CDATA[Geschlechtergerechtigkeit]]></category>

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		<description><![CDATA[Sobald ein Text nicht der Ideologie der sog. feministischen Linguistik entspricht, entlarven sich die Gr&#252;nen als Paradebeispiel f&#252;r Selbst- und Fremdzensur von Sprachverhalten und auch die Krass selbst pr&#228;sentiert das gr&#252;ne Verst&#228;ndnis von geschlechtergerechtem Ausdruck auf dem Silbertablett, seit die Redaktion nur noch LeserInnenbriefe erh&#228;lt, Pronomina durch kleingeschriebene Substantive ersetzt und sich in kruden Schr&#228;gstrichvarianten [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Sobald ein Text nicht der Ideologie der sog. feministischen Linguistik entspricht, entlarven sich die Gr&#252;nen als Paradebeispiel f&#252;r Selbst- und Fremdzensur von Sprachverhalten und auch die Krass selbst pr&#228;sentiert das gr&#252;ne Verst&#228;ndnis von geschlechtergerechtem Ausdruck auf dem Silbertablett, seit die Redaktion nur noch LeserInnenbriefe erh&#228;lt, Pronomina durch kleingeschriebene Substantive ersetzt und sich in kruden Schr&#228;gstrichvarianten &#252;bt.<span id="more-38"></span></p>
<p>Leider ist es gerade diese Gepflogenheit aus dem linken Umfeld, die eher aus allgemeiner Sorge um <em>political correctness</em> denn aus Gr&#252;nden des reflektierten Umganges mit dem Spannungsfeld um Sprache, Geschlecht und Macht bis in die Amtsstuben der Republik vorgedrungen ist und dort zunehmend kuriose Stilbl&#252;ten treibt, sodass Verlegenheitskonstruktionen wie des/der Anwa(&#228;)ltes(in) oder permanente Doppelnennung nicht mehr nur als Satire Sprach&#228;sthetik und -&#246;konomie zerst&#246;ren. Das Anliegen, M&#228;nner und Frauen gleicherma&#223;en anzusprechen, ist ohne Frage ein wichtiges &#8211; doch die meisten der in diesem Sinne ergriffenen Ma&#223;nahmen gehen nicht nur auf irrige Annahmen zur&#252;ck, sondern verfehlen zudem ihr hehres Ziel.</p>
<p><strong>Das Genussystem des Deutschen &#8211; gleichstellungspolitisches &#220;bel?</strong></p>
<p>Der Angriff richtet sich vor allem gegen das generische Maskulinum, gegen jene W&#246;rter, die grammatikalisch maskulin markiert sind &#8211; mit dem Ziel, diese so zu &#228;ndern oder zu erg&#228;nzen, dass sie Femina beinhalten, da Frauen ansonsten ausgeschlossen, lediglich „mitgemeint&#8221;, nicht angesprochen w&#252;rden. Dem entgegenzusetzen ist, dass zwar die meisten Personenbezeichnungen unter die grammatische Kategorie Maskulinum fallen &#8211; allerdings verdeutlichen bereits das Vorhandensein eines dritten Genus sowie die Tatsache, dass auch unbelebten Konkreta sowie Abstrakta unver&#228;nderliche Genera anhaften, dass scheinbare<br />
Zusammenh&#228;nge zwischen grammatikalischem und biologischem Geschlecht zu kurz gegriffen sind &#8211; zumal auch niemand Einw&#228;nde gegen generische Femina und<br />
Neutra (z.B. Person, Geisel, Aufsicht, Waise, Mitglied etc.) erhebt. Warum also ist es so schwer zu akzeptieren, dass generisch maskuline Bezeichnungen f&#252;r Funktionstr&#228;ger &#8211; ganz im Gegensatz zum Suffix <em>-in </em>- nicht sexusmarkiert sind?</p>
<p>Sich mit dieser linguistischen Realit&#228;t nicht abfinden k&#246;nnend, ist es den <em>Sprachfeministen</em> gelungen, die allenfalls gef&#252;hlte sprachliche Diskriminierung in eine reelle zu verwandeln: gesprochen unterscheidet sich die <em>gegenderte </em>Form nicht von der weiblichen, sodass M&#228;nner hier tats&#228;chlich ausgeschlossen werden, w&#228;hrend die im Allgemeinen h&#246;chst inkonsequente Verwendung des Binnen-Is (Sch&#252;lerInnen sind selbstverst&#228;ndlich, TerrorristInnen inexistent) zugleich spezifisch m&#228;nnliche und spezifisch weibliche Rollenbilder zementiert, anstatt dem gleichstellungspolitischen Ziel zu dienen.</p>
<p>&#220;berdies l&#228;sst das exzessive <em>Gendern </em>das Lesen so manchen Textes zum &#196;rgernis werden, sodass im Extremfall der Inhalt hinter den krampfhaft f&#252;r das gute Gewissen konstruierten Sprachungeheuern zur&#252;cktritt und letztlich nichts erreicht wird &#8211; au&#223;er dass sich der Leser fragen mag, ob den Gr&#252;nen gleichstellungspolitisch nichts Wichtigeres einf&#228;llt.</p>
<p>rganisch gewachsene Strukturen lassen sich nicht k&#252;nstlich ver&#228;ndern, ohne dass Bedeutungsverlust und Verst&#228;ndlichkeitssr&#252;ckgang die Folge w&#228;ren. So wird es, folgt man dieser Sprachdoktrin, unm&#246;glich, M&#228;nner und Frauen in einem logischen Satz miteinander zu vergleichen (*M&#228;dchen sind die besseren Sch&#252;lerinnen), in gemeinsamen Aufz&#228;hlungen zu f&#252;hren (*Angela Merkel ist die achte Bundeskanzlerin der BRD) oder zusammenzufassen (*zwei heterosexuelle EhepartnerInnen). Anstatt feminine Formen vern&#252;nftig dort einzusetzen, wo sie zu besserer Verst&#228;ndigung beitragen, verliert das Deutsche so durch &#252;bertriebenes <em>Gendern</em> an Pr&#228;zision und Ausdruckskraft.</p>
<p>Faktisch treiben die <em>Sprachfeministen </em>die Teilung von Menschen in M&#228;nner und Frauen bis in die kleinste Ebene selbst fort, ohne zu bedenken, dass die Gesellschaft ihre Sprache pr&#228;gt, nicht aber eine oktroyierte Sprache den Kern der Gesellschaft ver&#228;ndert und dass das Binnen-I f&#252;r die meisten Leser und Schreiber mehr Last und leerer Anspruch als Ansto&#223; zum Nachdenken ist. H&#246;ren wir also auf, „dem kleinen Unterschied&#8221; bis ins Lexikon nachzujagen, und wenden wir uns „seine[n] gro&#223;en Folgen&#8221; und deren Bek&#228;mpfung zu &#8211; die Sprache entwickelte sich indes als das weiter, was sie sein sollte: Mittel zur m&#246;glichst optimalen Kommunikation.</p>
<p><em>Katharina M&#252;nstermann, 20,  studiert Germanistik an der Ruhr-Universit&#228;t und findet, dass man Frau sein kann, ohne Simone de Beauvoir vor den Kopf zu sto&#223;en</em></p>
<p>P.S.: Geplant war, diesen Text zu einem der konsequent <em>gegendertsten </em>und damit<em> </em>unlesbarsten der Krass-Geschichte zu machen. Dies ben&#246;tigt jedoch derart viel Platz, dass sich die Autorin gen&#246;tigt sieht, zus&#228;tzlich auf den durch das <em>Gendern </em>sinnlos steigenden Rohstoffbedarf hinzuweisen.</p>
<p><em>Dieser Artikel erschien auch in der <a href="http://www.gruene-jugend-nrw.de/krass/2007/november.html" target="_blank">November Ausgabe der krass</a> &#8211; dem Magazin der Gr&#252;nen Jugend NRW &#8211;  und steht damit unter <a href="http://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/2.0/de/" target="_blank">Creative Commons Lizenz</a>.  </em></p>

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